Die Clean Desk Policy - Der Schlüssel für Produktivität und Datenschutz
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Produktivität

Die Clean Desk Policy - Der Schlüssel für Produktivität und Datenschutz

July 1, 2024
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Ob liegengelassene Dokumente, vollgestopfte Ablagen oder verstreute Notizzettel - ein unaufgeräumter Schreibtisch kann einen schnell ablenken und die Produktivität senken. Eine Clean Desk Policy (CDP) schafft hier Abhilfe und sorgt für einen aufgeräumten Arbeitsplatz.

Doch was genau steckt hinter dem Konzept? Wie setzt man eine Clean Desk Policy effektiv um und profitiert dabei auch in Sachen Datenschutz und Zeitmanagement? In diesem Blogpost erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen. Am Ende erhalten Sie konkrete Tipps, um Ihren Arbeitsplatz aufgeräumt und Ihre Produktivität gesteigert zu halten. Denn Ordnung ist das halbe Leben - auch im Büroalltag!

Das Clean Desk Prinzip im Überblick

Das Clean Desk Prinzip beschreibt allgemein einen aufgeräumten und ordentlichen Schreibtisch ohne ablenkendes Material und herumliegende Unterlagen.

Eine Clean Desk Policy definiert dieses Prinzip als verbindliche Richtlinie im Unternehmen. Sie legt Standards fest, gibt klare Anweisungen und stellt Ressourcen bereit, um einen Clean Desk im Büroalltag umzusetzen und zu erhalten.

Das Ziel ist, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, Produktivität zu steigern und die Einhaltung von Datenschutzvorgaben sicherzustellen. Mitarbeiter sollen angeregt werden, ihren Schreibtisch täglich aufgeräumt zu hinterlassen.

Eine saubere Schreibtischpolitik trägt somit dazu bei, dass wichtige Unterlagen vertraulich bleiben und kein Unbefugter Zugriff darauf hat.

Datenschutz und DSGVO-Konformität

Warum eine Clean Desk Policy im Einklang mit Datenschutzrichtlinien stehen muss

Da auf dem Schreibtisch häufig vertrauliche Dokumente und personenbezogene Daten liegen, ist eine Clean Desk Policy auch aus Datenschutzgründen essenziell. Sie minimiert das Risiko von Verstößen, die gemäß DSGVO streng geahndet werden.

Ein Beispiel veranschaulicht die Problematik:

Lisa, Mitarbeiterin in der Buchhaltung eines Krankenhauses, hat nach Feierabend vergessen ihre Patientenakten vom Schreibtisch zu räumen. Nachts gelangt eine unbefugte Person ins Büro und kann so auf sensible Gesundheitsdaten zugreifen...

Konkrete Anforderungen der DSGVO an die Arbeitsplatzgestaltung und Datensicherheit

Gemäß Artikel 32 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Unternehmen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zur Datensicherheit umsetzen. Dazu gehören Zugangskontrollen, Verschlüsselung, aber auch eine Clean Desk Policy kann darunter verordnet werden.

Artikel 25 besagt zudem, dass Datenverarbeitung grundsätzlich auf das erforderliche Minimum beschränkt sein muss. Auch das spricht für eine Clean Desk Policy, bei der nur aktuell Benötigtes auf dem Tisch liegt.

Auswirkungen von Verstößen gegen die Datenschutzbestimmungen

Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen Unternehmen schwerwiegende Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Vorjahresumsatzes. Auch der immaterielle Schaden für die Reputation ist beträchtlich. Eine Clean Desk Policy ist also essentiell, um Verstöße zu verhindern.

Die Umsetzung einer Clean Desk Policy

Eine effektive Clean Desk Policy lässt sich mit einigen Maßnahmen gut im Unternehmensalltag verankern:

  • Zunächst sollte das Management die Richtlinie offiziell einführen und die Belegschaft darüber informieren. Schulungen verdeutlichen die Relevanz und Vorteile einer aufgeräumten Arbeitsumgebung. Positives Feedback für saubere Schreibtische spornt an.
  • Zur Integration im Arbeitsalltag empfehlen sich feste Routinen. Jedem Mitarbeiter kann ein Personal-Desktop-Ordner zur Verfügung gestellt werden, um aktuelle Unterlagen sicher aufzubewahren. Eine Checkliste für das Büro-Shutdown am Feierabend hilft.
  • Auch optische Hinweismittel wie Schilder und Poster erinnern subtil an die Clean Desk Policy. Gamification-Elemente machen das Aufräumen spielerisch. Mit etwas Kreativität lässt sich die Policy auf positive Art im Büroalltag etablieren.
Clean Desk Policy - Beispiel Schreibtisch

Clean Desk Policy und Produktivität

Ein aufgeräumter Schreibtisch wirkt sich direkt auf die Produktivität der Mitarbeiter aus:

Ohne ablenkendes Material kann man sich voll konzentrieren und kommt schneller voran. Das reduziert Stress und Frustration. 

Um die Produktivität zu steigern, sollten nur aktuell benötigte Gegenstände auf dem Tisch liegen. Digitale Ablagesysteme vereinfachen den Zugriff auf Unterlagen. Auch genügend Stauraum zum Ordnen trägt zu einem Clean Desk bei.

Clean Desk Policy in der Praxis

In der praktischen Umsetzung einer Clean Desk Policy gibt es oft ähnliche Herausforderungen - aber auch erprobte Lösungsansätze:

Klassische Schwierigkeiten sind fehlender Ordnungssinn mancher Mitarbeiter oder unzureichende Ablagemöglichkeiten. Wichtig ist Geduld - Veränderungen brauchen Zeit. Persönliche, wertschätzende Ansprache wirkt besser als Druck.

Viele Unternehmen haben gute Erfahrungen mit Modernisierungsmaßnahmen gemacht. Activity Based Working mit flexiblen Arbeitsplätzen fördert Ordnung. Auch digitale Tools für papierloses Arbeiten tragen zu einem Clean Desk bei.

Regelmäßige, gemeinschaftliche Aufräumaktionen schaffen Motivation und Zusammenhalt. Mit etwas Kreativität und gegenseitiger Rücksichtnahme gelingt eine erfolgreiche Implementierung.

Clean Desk Policy und die Verbindung zu Zeitmanagement

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf das Zeitmanagement aus:

Ohne Suchzeiten durch stapelweise Unterlagen findet man Dokumente schneller und kann fokussierter arbeiten. Unaufgeräumte Schreibtische können bis zu 1,5 Stunden tägliche Produktivität kosten.

Eine Clean Desk Policy sollte daher auch effektives Zeitmanagement fördern. Digitale Ablage aller Dokumente, Aufgabenlisten zur Priorisierung und regelmäßige Aufräumroutinen sind hier hilfreich.

Zeitmanagement-Methoden wie die Pomodoro-Technik machen am cleanen Schreibtisch besonders viel Freude. Beide Ansätze ergänzen sich perfekt für maximale Effizienz.

Clean Desk Policy und das White Desk Prinzip

Das White Desk Prinzip geht noch einen Schritt weiter als die Clean Desk Policy: Der Schreibtisch bleibt vollkommen leer und clean, alle Unterlagen werden in Schränken oder digital aufbewahrt.

Vorteil ist ein minimalistisches Umfeld mit maximaler Konzentration. Nachteil kann sein, dass Leeren und Einräumen viel Disziplin erfordert. Auch ist manchmal ein Notizzettel sinnvoll.

Eine Clean Desk Policy ist also in den meisten Unternehmen realistischer umsetzbar. Sie ermöglicht einen aufgeräumten Arbeitsplatz, ohne Perfektionismus zu erzwingen. Langfristig kann sie aber auch zu einem White Desk führen.

Fazit

Eine Clean Desk Policy sorgt für Ordnung und fördert Produktivität, Datenschutz sowie Zeitmanagement. Empfehlenswert ist ein schrittweiser Prozess mit Schulungen und positiver Motivation.

Für Unternehmen ist die Einführung einer vertretbaren Investition mit großem Mehrwert. Angesichts der digitalen Transformation wird eine Clean Desk Policy künftig immer bedeutender für effizientes und sicheres Arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Clean Desk?

Ein Clean Desk bezeichnet einen aufgeräumten Schreibtisch ohne ablenkende Gegenstände oder liegengelassene Unterlagen. Nur aktuell benötigte Materialien sind vorhanden.

Was ist ein White Desk Prinzip?

Beim White Desk Prinzip bleibt der Schreibtisch immer komplett leer. Alle Unterlagen werden in Schränken oder digital aufbewahrt.

Was ist in der Clean Desk Policy enthalten?

Eine Clean Desk Policy definiert verbindliche Richtlinien für einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Sie enthält Anweisungen, Tipps und Tools zur Umsetzung dieser Vorgaben.

Was ist die ISO 27001 Clean Desk Policy?

Die ISO 27001 ist ein Informationssicherheits-Standard, der auch eine Clean Desk Policy empfiehlt. Sie reduziert Datenschutzrisiken gemäß dieser Norm.